Podcast · Berufliche Entscheidungen

Viermal neu gestartet

3 Min. lesen · 14 Min. hören · Podcast „Neuanfang im Quadrat“

Berufliche Neuanfänge fühlen sich selten linear an. Manchmal scheint alles geplant — und trotzdem kommt eine Wendung, die du nicht bestimmt hast.

In dieser Folge von „Neuanfang im Quadrat“ teilt Ansgar Nast-Kolb vier eigene Jobverluste und was daraus für Menschen in beruflicher Veränderung hilfreich sein kann — ruhig, ohne Heldenstory, mit Erfahrung.

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Vielleicht denkst du, du bist mit einem Neuanfang allein. Viele Menschen haben mehrere Übergänge erlebt — nur spricht selten jemand offen darüber.

Ist ein Jobverlust immer ein persönliches Versagen?

Nein. Oft spielen Unternehmenslagen, Kultur, Rollen und Timing eine große Rolle. Trotzdem bleibt die Frage: Wie gehst du mit dem Übergang um?

Was hilft nach einem ungeplanten Jobverlust?

Flexibilität, ein ehrlicher Blick auf das Gelernte und Schritte, die nicht sofort Perfektion verlangen — sondern Bewegung ermöglichen.

Warum sind Netzwerk und Offenheit so wichtig?

Weil neue Wege selten nur über Bewerbungsportale entstehen. Gespräche, Praktika und unerwartete Kontakte öffnen oft Türen.

Vier berufliche Neuanfänge — ein Überblick

Nach dem dualen BWL-Studium in einem großen Konzern stand 2003 fest: Eine Übernahme war wegen Umstrukturierungen nicht möglich. Die Arbeitsmarktlage war angespannt — Jobsuche, Praktika, Ausland. Über das Netzwerk kam schließlich der erste feste Job — nicht in der BWL, sondern als Referent in einem Abgeordnetenbüro. Flexibilität und Vernetzung waren entscheidend.

2007 folgte der Wechsel in die Wirtschaft, ein Trainee-Programm, später Führungsverantwortung. Eine weitere Umstrukturierung brachte 2014 die Chance auf ein Abfindungsprogramm — ohne neue Stelle, bewusst mit Zeit für Orientierung. Ein Auslandsjob in der Schweiz war der nächste Schritt; die Rückkehr zeigte: Auswandern wirkt oft leichter als die Heimkehr. Danach kamen vier ungeplante Jobverluste — jeder mit anderer Ursache, jeder mit anderem Lernfeld.

Wenn das Umfeld kippt

Die Jobsuche nach der Rückkehr aus der Schweiz war mühsam. Ein Job in einem neuen Fachbereich schien zunächst zu passen — doch schwache Geschäftszahlen und Kundenbeschwerden führten zur Trennung. Nicht jede Entwicklung lässt sich aus der eigenen Leistung erklären.

Du kannst äußere Umstände nicht immer steuern. Du kannst dich aber darauf vorbereiten, flexibel zu denken und dich weiterzuentwickeln — in der aktuellen Rolle und für das, was danach kommt.

Wenn Kultur und Passung nicht stimmen

Der zweite Jobverlust ereignete sich in einem jungen, spannenden Unternehmen — mit einer Kultur, die persönlich nicht trug. Die Rolle war neu, die Motivation da, die Passung auf Dauer fehlte.

Die richtige Unternehmenskultur ist mindestens so wichtig wie der Titel auf dem Vertrag. Du kannst in einer Position aufblühen — und trotzdem leer werden, wenn Werte, Tempo oder Führung nicht zu dir passen.

Wenn Rollen und Erwartungen kollidieren

Beim dritten Verlust war die Tätigkeit eigentlich vertraut — aber die Position zu junior, die Zusammenarbeit mit der Führungskraft belastend. Es fühlte sich an wie Stillstand, obwohl viel Einsatz da war.

Eine Rolle sollte zum Erfahrungsstand passen und Raum zum Wachsen lassen. Die Beziehung zu Vorgesetzten prägt den Alltag — manchmal stärker als jede Stellenbeschreibung.

Wenn der Neustart von außen beendet wird

Der vierte Neuanfang war herausfordernd und erfüllend — bis die Pandemie kam. Stellenabbau, Kündigung, ein äußerer Schnitt mitten in einer Phase, die sich stabil anfühlte.

Unvorhersehbare Ereignisse gehören zur Arbeitswelt. Entscheidend ist, ob du die Fähigkeit behältst, dich neu auszurichten — ohne dich sofort in Schuld oder Starre zu verlieren.

Was aus vier Neuanfängen hilft

Vier Übergänge, vier Muster: wirtschaftliches Umfeld, Kultur, Rolle, globale Krise. In jedem Fall lag auch eine Chance, den eigenen Weg klarer zu sehen.

Flexibilität und Offenheit für Neues. Eine Kultur, die zu dir passt — nicht nur ein attraktives Angebot. Eine Position, die deinem Level entspricht und Entwicklung erlaubt. Und Resilienz: nicht alles im Voraus planen zu müssen, um trotzdem handlungsfähig zu bleiben.

Vielleicht kennst du diesen Gedanken

Ein Neuanfang ist selten der schönste Moment im Lebenslauf — aber er kann der Beginn von etwas Passenderem sein.

Vielleicht musst du gerade nicht sofort entscheiden

Manchmal beginnt Klarheit nicht mit einer schnellen Lösung, sondern damit, die eigene Situation genauer zu verstehen.