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Bonusfolge: Vom Aufhebungsvertrag zur Selbstständigkeit – mit Vali Bluma

4 Min. lesen · 41 Min. hören · Podcast „Neuanfang im Quadrat“

Zwei Jahrzehnte Konzernkarriere — und trotzdem die Frage: Passt das noch zu mir? Vali Bluma hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Nicht impulsiv, sondern nach einem langen inneren Prozess — begleitet von zwei Aufhebungsverträgen mit sehr unterschiedlichen Gefühlen.

In dieser Bonusfolge von „Neuanfang im Quadrat“ geht es um Mut, Unsicherheit, Verhandlung mit HR und die Realität hinter dem Gründerinnen-Märchen.

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Vielleicht stehst du vor einer Aufhebung — oder spürst: Im Konzern läuft es weiter, aber innerlich nicht mehr. Diese Folge zeigt, wie jemand diesen Weg wirklich gegangen ist.

Ist ein Aufhebungsvertrag immer ein Rückschlag?

Emotional kann er sich so anfühlen — rational ist er oft ein Übergang. Entscheidend sind Framing, Fairness des Prozesses und was du daraus für den nächsten Schritt machst.

Was hilft in den ersten Tagen nach dem Ausstieg?

Menschen, die wertschätzen — Kolleginnen, Familie, manchmal professionelle Begleitung. Gefühle zulassen statt sofort alles rational erklären zu wollen.

Muss ich sofort selbstständig werden?

Nein. Es gibt Zwischenwege — andere Rolle, Nebenberuf testen, erst Klarheit gewinnen. Selbstständigkeit ist ein Weg, kein Muss.

Wer Vali Bluma ist — und warum diese Folge anders klingt

Vali Bluma ist Transformationsberaterin und systemischer Coach — nach rund 25 Jahren in DAX- und MDAX-Konzernen. Auszeichnungen wie der Top Fifty Women Award 2025 und Erfahrung in internationaler Kommunikation prägen ihren Werdegang.

In dieser Bonusfolge spricht sie offen darüber, warum sie die Konzernwelt verlassen hat, wie sich zwei Aufhebungsverträge emotional sehr verschieden anfühlten — und was Selbstständigkeit jenseits des LinkedIn-Märchens bedeutet.

Wenn Erfolg nicht mehr genug trägt

Lange hatte Vali das Gefühl, nicht richtig zu passen — trotz Auszeichnungen und Verantwortung. Der Wunsch nach mehr Wirksamkeit und einem eigenen Weg wuchs über Jahre.

Als der Arbeitgeber aus Kostengründen eine Aufhebung anbot, passte das zu ihren Überlegungen: Abfindung annehmen, Coaching-Ausbildung starten, sich als Coach und Beraterin am Markt positionieren.

Erste Aufhebung: Schock. Zweite: Startkapital

Beim ersten Aufhebungsangebot war der Schock groß — Ausweis, Handy, Dienstwagen, Laptop: plötzlich weg. Trotz Erfolg fühlte es sich an, als wolle man sie loswerden.

Rückblickend: Konzerne müssen abbauen — das ist selten persönlich. Beim zweiten Mal war das Framing anders: partnerschaftliche Trennung mit HR, Abfindung als Kapital für den Neustart. Wertschätzende E-Mails von Kolleginnen und Familie gaben Halt in den ersten Tagen.

Fair verhandeln — was sich lohnt nachzufragen

Vali rät: Nicht jedes Drama vor Gericht ist nötig, wenn der Prozess fair ist. Nachfragen lohnt sich — Freistellung, Outplacement, Coaching, manchmal auch Details wie Gehaltsmodell in der Übergangszeit.

Was von außen unsichtbar bleibt: Verhandlung ist auch Kopfarbeit. Wer schon einmal durch die Kurve ging, geht oft ruhiger in Gespräche mit HR.

Selbstständigkeit ohne Filter

Nach dem Konzern ist man CEO, CFO, IT und Vertrieb in einer Person. Flexibilität ja — aber nicht automatisch weniger Arbeit. Vali beschreibt schlaflose Nächte, Zweifel — und die Stimme, die sagt: Es wird hart, aber es lohnt sich.

Cold Calls waren anfangs unangenehm, werden mit Übung leichter. Ihr Netzwerk trug — trotzdem war klar: irgendwann braucht es auch Kontakte außerhalb des Bekanntenkreises.

Bauchgefühl, Purpose und ehrliche Fragen

In Bewerbungsgesprächen lernte sie, stärker auf Inkongruenzen zu achten — z. B. moderne HR-Rolle, aber vier Tage Präsenz in der Provinz. Vertrauen in das, was der Körper meldet, statt nur den fancy Jobtitel.

Sie empfiehlt: visualisieren, was du wirklich willst — einen realistischen Finanzplan für Selbstständigkeit, und das Umfeld fragen, ob es dich darin wirklich sieht. Wer feststeckt, hat oft schon ein Signal — es muss kein großer Sprung sein, aber ein ehrlicher Blick.

Transformation in Organisationen

Vali Bluma arbeitet als Transformationsberaterin und systemischer Coach — mit Organisationen und Einzelpersonen in Veränderung. Im Gespräch geht es auch darum, wie Veränderungen bei den Menschen ankommen, nicht nur auf dem Papier.

Vielleicht kennst du diesen Gedanken

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben — sondern trotz der Angst einen ehrlichen nächsten Schritt zu gehen. Manchmal beginnt der mit hinhören, nicht mit springen.

Vielleicht musst du gerade nicht sofort entscheiden

Manchmal beginnt Klarheit nicht mit einer schnellen Lösung, sondern damit, die eigene Situation genauer zu verstehen.